Wallbox sicher installieren lassen

Worauf es bei Zählerkasten und Schutzschalter ankommt

Sie planen eine Wallbox zu Hause? Sehr gute Entscheidung. Damit das Laden von Anfang an sicher, schnell und reibungslos funktioniert, braucht Ihre häusliche Elektroinstallation die richtige Vorbereitung. Was das bedeutet und wie ein zertifizierter Fachbetrieb Sie dabei optimal unterstützt: Hier finden Sie alle Antworten.

Denn eines ist sicher: Wer die Voraussetzungen kennt, spart Zeit, vermeidet unnötige Kosten und startet entspannt in die Elektromobilität. Mit dem richtigen Fachbetrieb an Ihrer Seite ist der Weg zur eigenen Wallbox kürzer als Sie denken.

 Das Wichtigste in Kürze:

  • Sicher laden von Tag 1: Zählerkasten, Leitungsquerschnitt und Absicherung werden vom Fachbetrieb geprüft und optimal auf Ihre Wallbox abgestimmt.
  • Alles aus einer Hand: Ihr zertifizierter Elektriker plant, installiert und meldet die Wallbox beim Netzbetreiber an.
  • Rechtssicher & förderungsfähig: Eine normgerechte Installation nach VDE 0100-722 ist Voraussetzung für Versicherungsschutz und mögliche Förderprogramme.
Eine Person bedient eine Wallbox mit der Hand.

Kann ich eine Wallbox einfach anschließen?

Eine Wallbox lässt sich nicht einfach wie ein Haushaltsgerät anschließen – sie stellt besondere Anforderungen an Ihre Hausinstallation, die vorab geprüft und erfüllt sein müssen. Viele Hausbesitzer unterschätzen das zunächst.

Eine Wallbox mit 11 kW oder 22 kW zieht dauerhaft deutlich mehr Strom als viele andere Geräte im Haushalt. Das bedeutet: Bevor der erste Ladevorgang startet, prüft ein Elektrofachbetrieb Ihre gesamte Hausinstallation auf Herz und Nieren.

Was prüft der Elektriker vor der Wallbox-Installation?

  • Zählerkasten: Ist er modern genug und hat er freie Kapazitäten?
  • Leitungsquerschnitt: Ist die vorhandene Verkabelung für die Wallbox-Last ausgelegt?
  • Anschlussleistung: Liefert Ihr Hausanschluss genug Leistung?
  • FI-Schutzschalter: Ist der vorgeschriebene Typ vorhanden?
  • Eigener Stromkreis: Ist eine dedizierte Leitung zur Wallbox notwendig?

Warum darf eine Wallbox nur vom Fachbetrieb installiert werden?

In Deutschland ist die Installation einer Wallbox gesetzlich geregelt – und das zu Ihrem Schutz. Ein Elektrofachbetrieb ist dabei nicht optional, sondern Pflicht. Dahinter stecken gute Gründe, die Sie direkt betreffen:

  • Gesetzliche Norm DIN VDE 0100-722: Die Installation eines Ladepunkts darf ausschließlich durch eine zugelassene Elektrofachkraft erfolgen.
  • § 13 NAV: Alle Arbeiten an Ihrer Hausinstallation sind rechtlich nur zertifizierten Elektrofachbetrieben erlaubt.
  • Ihr Versicherungsschutz: Wurde die Wallbox nicht fachgerecht installiert und es kommt zu einem Brand oder Schaden, kann Ihre Gebäudeversicherung die Zahlung verweigern.
  • Abrechnung & Eichrecht: Möchten Sie die Wallbox für Ihren Firmenwagen oder zur Abrechnung nutzen, ist eine eichrechtskonforme Installation gesetzlich vorgeschrieben.
Handwerker eines Fachbetriebs lehnt draußen am Fahrzeug
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Von der ersten Beratung fertigen Wallbox. Qualifizierte Elektrofachbetriebe in Ihrer Nähe kümmern sich unter anderem darum:

  • Prüfen und vorbereiten der Hausinstallation für die Wallbox
  • Installieren und Inbetriebnahme der Ladestation
  • Anmelden der Wallbox beim Netzbetreiber

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Wie alt darf der Zählerkasten für eine Wallbox sein?

Der Zählerkasten ist der erste und wichtigste Prüfpunkt bei jeder Wallbox-Installation. Denn er entscheidet, ob Ihre Hausinstallation für die zusätzliche Last überhaupt gerüstet ist. Ältere Zählerkästen (besonders aus den 1970er und 1980er Jahren) sind häufig weder für die Leistungsanforderungen einer modernen Wallbox ausgelegt noch entsprechen sie der Norm DIN VDE 0100-410. Ein zertifizierter Elektrofachbetrieb prüft dabei konkret:

  • Baujahr und Zustand: Entspricht der Zählerkasten der aktuellen Norm?
  • Freie Plätze: Gibt es ausreichend Platz für einen zusätzlichen Leitungsschutzschalter und FI-Schutzschalter?
  • Verdrahtung: Ist die interne Verdrahtung für eine zusätzliche Dauerbelastung durch die Wallbox geeignet?
  • Hauptsicherung: Ist die vorhandene Hauptsicherung ausreichend dimensioniert?

Erfüllt der Zählerkasten diese Anforderungen nicht, muss er vor der Wallbox-Installation erneuert oder erweitert werden. 

Warum ist der richtige FI-Schalter bei Wallbox so wichtig?

Der richtige FI-Schutzschalter sorgt dafür, dass Sie beim Laden Ihres Elektroautos jederzeit auf der sicheren Seite sind – und ist gemäß VDE-Norm 0100-722 fester Bestandteil jeder normgerechten Wallbox-Installation. Es gibt verschiedene FI-Schutzschalter-Typen:

  • Typ A: In den meisten Haushalten vorhanden und für Wallboxen nicht ausreichend.
  • Typ B: Erkennt Wechsel- und Gleichfehlerströme zuverlässig, sofern die Wallbox keinen integrierten DC-Fehlerstromschutz besitzt.
  • Typ B+: Empfohlen bei besonders hohen Anforderungen oder älteren Hausinstallationen.

Viele moderne Wallboxen verfügen bereits über einen integrierten DC-Fehlerstromschutz mit 6 mA DC-Sensor.

 

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Brauche ich für eine Wallbox einen eigenen Stromkreis?

Ja, für eine Wallbox benötigen Sie einen eigenen, dedizierten Stromkreis – direkt vom Zählerkasten zur Wallbox. VDE 0100-722 schreibt für jeden Ladepunkt eine eigene Absicherung vor, was in der Praxis immer eine separate Leitung bedeutet. Das schützt Ihre übrige Hausinstallation vor Überlastung und ist Grundvoraussetzung für eine normgerechte Installation. Ihr Elektrofachbetrieb plant und verlegt diesen Stromkreis im Rahmen der Installation.

Reicht meine Hausanschlussleistung für eine Wallbox?

Ob Ihr bestehender Hausanschluss ausreicht, hängt von der gewünschten Wallbox-Leistung und Ihrem aktuellen Verbrauch ab. In vielen Fällen genügt ein Standardanschluss – besonders wenn die Wallbox über ein Lastmanagementsystem verfügt, das die Ladeleistung dynamisch anpasst. Reicht die Anschlussleistung nicht aus, beantragt Ihr Elektrofachbetrieb eine Erhöhung beim Netzbetreiber. Sie müssen sich darum nicht selbst kümmern.

Muss ich die Wallbox-Installation beim Netzbetreiber anmelden?

Ja, jede Wallbox muss beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet werden – das regelt § 19 NAV. Bis zu einer Ladeleistung von 12 kW genügt eine einfache Meldung, ab 12 kW ist eine Genehmigung des Netzbetreibers erforderlich. Zusätzlich gilt seit 2024 der neue § 14a EnWG: Wallboxen ab 4,2 kW müssen als steuerbare Verbrauchseinrichtungen registriert werden – im Gegenzug profitieren Sie von reduzierten Netzentgelten.

Wie lange dauert die Installation einer Wallbox?

Die reine Wallbox-Montage dauert bei vorbereiteter Hausinstallation 2 bis 4 Stunden. Sind zusätzliche Arbeiten notwendig – etwa Leitungsverlegung oder Zählerkasten-Erneuerung – sollten Sie 1 bis 2 Tage einplanen. Die Genehmigung durch den Netzbetreiber kann zusätzlich 2 bis 6 Wochen in Anspruch nehmen. Ihr Fachbetrieb gibt Ihnen nach der Vor-Ort-Prüfung einen verbindlichen Zeitplan.

Wird meine Hausinstallation für die Wallbox gefördert?

Ja, es gibt verschiedene Fördermöglichkeiten – je nach Bundesland und Kommune. Viele regionale Energieversorger und Gemeinden bieten Zuschüsse für die Wallbox-Installation inklusive Elektroarbeiten. Arbeitgeber können die Installation am Wohnort steuerlich begünstigt unterstützen. Ihr Elektrofachbetrieb kennt die aktuellen Programme in Ihrer Region und berät Sie dazu beim Vor-Ort-Termin.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen. Haben Sie noch weitere Fragen? # Chat neu starten