Traumküche modernisieren
Darum spielt spielt die Elektroinstallation eine wichtige Rolle
Ihre Küche ist längst mehr als ein Kochplatz – sie ist Lebensmittelpunkt und oft der Raum, in dem die ganze Familie zusammenkommt. Viele Küchen sind inzwischen 15 oder 20 Jahre alt und wurden für einen ganz anderen Lebensabschnitt geplant: kleine Kinder, andere Arbeitszeiten, weniger Homeoffice, weniger gemeinsames Kochen mit Familie und Freunden.
Dieser Ratgeber hilft Ihnen, Ihre in die Jahre gekommene Küche elektrischer und lichttechnisch auf den aktuellen Stand zu bringen – von der Bestandsaufnahme über die Geräte- und Steckdosenplanung bis hin zur perfekt versorgten Insel als Herzstück Ihres Zuhauses. Zusammen mit Ihrem Fachbetrieb vor Ort.
Das Wichtigste in Kürze
1. Elektro, Licht und Geräte von Beginn an berücksichtigen – besonders bei Insel, Bodenleitungen und zusätzlichen Stromkreisen.
2. Steckdosen großzügig planen, starke Verbraucher separat absichern, flexible Steckdosen an Arbeitsflächen und Insel vorsehen.
3. Mehrere Lichtzonen und eine gut versorgte Kücheninsel sorgen für Komfort, Sicherheit und langfristige Flexibilität.
Blick zurück: Küchen vor 30 Jahren und heute
Wenn Ihre Küche aus den 90ern oder frühen 2000ern stammt, merken Sie den Unterschied zur heutigen Nutzung sehr deutlich. Damals war die Küche in vielen Haushalten eher Arbeitsraum, heute ist sie oft offener Schnittstelle zum Wohnbereich und sozialer Mittelpunkt. Offene Wohnküchen sind dabei mehr als ein Trend. Entsprechend haben sich Anforderungen an Elektroinstallation, Licht und Ausstattung stark verändert: mehr Geräte, andere Arbeitsweisen, mehr gemeinsame Zeit in der Küche. Die folgende Übersicht zeigt typische Unterschiede – und macht deutlich, warum eine Modernisierung gerade bei der Küche so viel Sinn ergibt:
| Küche vor 30 Jahren | Küche heute |
| Eher abgeschlossener Arbeitsraum | Offene Wohnküche, Treffpunkt für Familie |
| Wenige Steckdosen, kaum Reserven | Viele Steckdosen, separate Kreise, Vorrat |
| Eine zentrale Deckenleuchte | Mehrere Lichtzonen (Arbeits-, Ambiente-Licht) |
| Klassische Herd-/Backofenkombi | Induktion, separate Geräte, viele Kleingeräte |
| Kaum Inseln, wenig Kommunikationsraum | Kücheninsel als Zentrum und Lebensbereich |
Elektro-Basis prüfen: Was kann Ihre aktuelle Installation?
Bevor Sie Geräte aussuchen oder Schrankmaße festlegen, sollten Sie wissen, was Ihre bestehende Elektroinstallation leisten kann. Gerade in älteren Häusern gibt es oft zu wenige Stromkreise oder veraltete Sicherungen. Wichtig ist, ob getrennte Stromkreise für starke Verbraucher wie Kochfeld, Backofen, Geschirrspüler oder Waschmaschine vorhanden sind und ob ein FI-/RCD-Schutzschalter zuverlässig arbeitet. Sinnvoll ist eine einfache Bestandsaufnahme:
- Wo liegen heute Steckdosen, und wie viele sind es?
- Welche Sicherungen versorgen aktuell die Küche?
- Wo verlaufen Wasser-, Abwasser- und Abluftanschlüsse?
Diese Übersicht hilft dem Fachbetrieb bei der späteren Planung und verhindert, dass nach dem Kücheneinbau erneut Wände geöffnet oder Böden aufgestemmt werden müssen. So legen Sie die Grundlage für eine sichere, zukunftsfähige Elektroplanung.
Geräte & Anschlüsse in der Küche: Ihren Bedarf realistisch planen
Je genauer Sie Ihren Alltag kennen, desto besser passen später Anschlüsse und Stromkreise zu Ihnen. Starten Sie mit einer ehrlichen Liste: Welche Großgeräte sind sicher eingeplant, welche nur „nice to have“? Und welche Kleingeräte nutzen Sie wirklich regelmäßig? Hilfreich ist eine Einteilung in Bereiche, zum Beispiel:
| Bereich | Merkmale |
| Großgeräte | Eigene Stromkreise, feste Anschlüsse, Absicherung |
| Kleingeräte | Steckdosenhöhe, Anzahl, Verteilung an Flächen |
| Kommunikation/IT | Ladepunkte, evtl. Netzwerkdose, Mediengeräte |
| Zukunft (Smart) | Smarte Steckdosen, Reserveleitungen, Leerrohre |
Notieren Sie zu jedem Bereich die Leistung der Geräte, typische Standorte und ob später zusätzliche Technik dazukommen könnte. So erkennen Sie früh, wo es sinnvoll ist, einen Stromkreis oder eine Steckdose mehr einzuplanen-
Entdecken Sie qualifizierte Fachbetriebe in Ihrer Nähe, die Ihnen bei der Elektroinstallation Ihrer Küche helfen und Ihr Projekt verwirklichen. Hier finden Sie schnell und einfach den passenden Experten.
Steckdosen clever verteilen: Komfort statt Mehrfachstecker
Zu wenige oder schlecht platzierte Steckdosen gehören zu den häufigsten Planungsfehlern. Als grobe Orientierung können Sie – je nach Küchengröße – durchaus mit 10 bis 17 Steckdosen und mehr rechnen, sinnvoll verteilt auf verschiedene Zonen. Denken Sie dabei an folgende Bereiche:
- Arbeitsplatte: Steckdosen für Kaffeemaschine, Toaster, Wasserkocher, Küchenmaschine, Mixer.
- Unterschränke: Anschlüsse für Geschirrspüler, Kühlschrank, Beleuchtung, fest eingebaute Geräte.
- Hochschränke: Steckdosen für Mikrowelle, Dampfgarer, Kaffeevollautomat.
Planen Sie Steckdosen über der Arbeitsfläche in einer angenehmen Höhe und achten Sie in der Nähe von Spüle und Wasseranschlüssen auf spritzwassergeschützte Modelle. Grundregel: Lieber eine Steckdose zu viel, als später mit Mehrfachsteckern und Kabelsalat zu kämpfen. So bleibt Ihre Küche übersichtlich, sicher und komfortabel nutzbar.
Lichtkonzept: Gute Sicht und Atmosphäre kombinieren
Eine moderne Küche braucht verschiedene Lichtzonen, damit sie sowohl funktional als auch gemütlich ist. Überlegen Sie sich zunächst, welche Bereiche Sie gezielt ausleuchten möchten. Typisch sind drei Ebenen:
- Grundbeleuchtung: Deckenleuchten oder Einbauspots für eine gleichmäßige Helligkeit.
- Arbeitslicht: Unterbauleuchten oder Spots über Arbeitsflächen, Kochfeld und Spüle.
- Stimmungslicht: LED-Bänder, Nischen- oder Regalleuchten, Pendelleuchten über Tisch oder Insel.
Setzen Sie möglichst auf energieeffiziente LEDs mit angenehmer Lichtfarbe. Ideal ist es, wenn Sie die Zonen getrennt schalten und dimmen können. So haben Sie beim Kochen eine helle, klare Ausleuchtung und können später mit wenigen Handgriffen auf warmes, gemütliches Licht für Gespräche oder ein Glas Wein umschalten. Ihre Küche passt sich damit flexibel an Alltag, Besuch und besondere Anlässe an.
Tipp von INTELLIGENT MODERNISIEREN
"Planen Sie Ihr Licht nicht „von der Decke her“, sondern von typischen Alltagssituationen aus. Stellen Sie sich konkrete Szenen vor:
- Morgens: sanftes, eher warmes Licht am Frühstücksplatz
- Tagsüber: helles, neutralweißes Licht an Arbeitsflächen und Kochfeld
- Abends: gedimmtes, warmes Licht über Insel oder Esstisch
Daraus leiten Sie ab, wo welche Leuchten wirklich gebraucht werden – und welche Schaltergruppen sinnvoll sind. Praktisch sind zum Beispiel: ein Knopf für „Kochen“, einer für „Gemütlich“, einer für „Alles aus“. Wenn Sie außerdem bei neuen Leuchten auf dimmbare LEDs mit einheitlicher Farbtemperatur achten, wirkt die Küche ruhig und stimmig, auch wenn mehrere Lichtquellen zusammenspielen."
Verony Reichelt, Redakteurin bei INTELLIGENT MODERNISIEREN
Kücheninsel im Zentrum
Die Kücheninsel ist häufig Mittelpunkt der Küche – und damit auch ein Schwerpunkt der Elektroplanung. Hier wird geschnippelt, gekocht, gegessen, gearbeitet und geplaudert. Bevor Leitungen gelegt werden, sollten Sie klären, welche Aufgaben die Insel langfristig übernehmen soll:
- Kochinsel: Kochfeld, eventuell Muldenlüfter oder Deckenhaube, separate Absicherung.
- Spülinsel: Spüle, Geschirrspüler, Müllsystem, Beleuchtung.
- Multifunktionsinsel: Arbeitsplatz, Familienplatz, Stauraum, Gerätefläche.
Je nach Nutzung benötigen Sie unterschiedliche Anschlüsse und Stromkreise. Strom kann über den Boden, über die Decke oder seitlich aus angrenzenden Möbeln kommen. Wichtig ist, dass diese Wege frühzeitig mit Elektriker und Küchenplaner abgestimmt werden, bevor Estrich und Bodenaufbau fertig sind. So vermeiden Sie kostspielige Nacharbeiten und stellen sicher, dass Ihre Insel technisch genauso durchdacht ist wie optisch.
Steckdosen & Licht direkt an der Insel
An der Insel zeigt sich im Alltag besonders schnell, ob die Planung wirklich praxisnah ist. Seitliche Steckdosen im Korpus eignen sich ideal für Mixer, Küchenmaschine oder das schnelle Laden des Smartphones. Versenkbare Steckdosen in der Arbeitsplatte sind vor allem bei frei stehenden Inseln interessant: Im Alltag nahezu unsichtbar, bei Bedarf sofort verfügbar. Nutzen Sie die Insel zusätzlich als Ess- oder Arbeitsplatz, lohnen sich zusätzliche Steckdosen im Sitzbereich, damit niemand über Verlängerungskabel stolpert.
Beim Licht bieten sich Pendelleuchten über der Insel an, gern kombiniert mit Spots in einem Deckensegel. Planen Sie die Beleuchtung der Insel auf einem eigenen Schaltkreis, möglichst dimmbar. So können Sie vom hellen Arbeitslicht beim Kochen nahtlos in eine warme, wohnliche Beleuchtung für gemütliche Runden wechseln. Ihre Insel wird damit nicht nur optischer Blickfang, sondern auch funktional perfekt eingebunden.
Fazit: Ihre Küche für den nächsten Lebensabschnitt
Ihre Küche hat Sie viele Jahre begleitet – jetzt ist der Moment, sie an Ihr heutiges Leben anzupassen. Mit einer durchdachten Elektroplanung, ausreichend Steckdosen, einem klaren Lichtkonzept und einer gut versorgten Kücheninsel schaffen Sie die Basis dafür, dass Ihre Küche wieder zum echten Lebensmittelpunkt wird. Wichtig ist nicht, alles perfekt zu wissen, sondern die richtigen Fragen zu stellen und früh mit Fachleuten ins Gespräch zu gehen. So entsteht Schritt für Schritt eine moderne Traumküche, die zu Ihrem Alltag passt – heute und in den kommenden Jahren.
FAQ Traumküche modernisieren
Die genaue Zahl hängt von Größe und Ausstattung ab, als grober Richtwert gelten 10–17 Steckdosen und mehr. Wichtiger als die reine Anzahl ist aber die sinnvolle Verteilung: ausreichend Anschlüsse über der Arbeitsplatte, eigene Kreise für starke Geräte (z. B. Kochfeld, Backofen, Geschirrspüler) sowie durchdachte Steckdosen an Insel, Esstisch und in Hochschränken. Planen Sie lieber ein bis zwei Steckdosen mehr ein, als später mit Mehrfachsteckern arbeiten zu müssen.
Nein, eine Insel ist kein Muss, aber für viele Grundrisse ein großer Gewinn. Sie bietet zusätzliche Arbeitsfläche, Stauraum und oft einen Treffpunkt für Familie und Freunde. Entscheidend sind Platz, Laufwege und Elektroplanung: Eine Insel macht nur dann wirklich Freude, wenn Strom- (und ggf. Wasser-)anschlüsse frühzeitig mitgeplant werden und Steckdosen sowie Licht dort sitzen, wo Sie wirklich arbeiten oder sitzen. In kleineren Räumen kann eine Halbinsel oder ein gut geplanter Tresen die bessere Lösung sein.
Perfekt für den Einstieg sind smarte Steckdosen (ab 20 Euro), intelligente LED-Leuchtmittel (ab 15 Euro) und programmierbare Thermostate (ab 80 Euro). Diese Geräte lassen sich einfach installieren, bieten sofort spürbare Vorteile und können später in größere Systeme integriert werden.
Starten Sie mit drei Fragen: Wo brauche ich helles Arbeitslicht? Wo genügt ein weiches Orientierungslicht? Wo wünsche ich mir Atmosphäre? Daraus leiten Sie ein Zonen-Konzept ab. Häufig reichen schon ein paar gezielt gesetzte Unterbauleuchten, ergänzende Spots und eine neue Pendelleuchte über Tisch oder Insel, um eine alte Küche deutlich moderner und freundlicher wirken zu lassen. Achten Sie darauf, dass die Lichtfarben zueinander passen und möglichst alle neuen Leuchten auf LED-Basis dimmbar sind.
Alles, was mit Leitungsverlegung, Anschluss an den Sicherungskasten, neuen Stromkreisen und Schutzmaßnahmen zu tun hat, gehört unbedingt in die Hände eines Elektrofachbetriebs. Sie selbst können sehr gut vorplanen: Skizzen mit gewünschten Steckdosen, Lichtpunkten, Geräten und Insel-Funktionen erstellen. Der Profi prüft dann, welche Leitungsquerschnitte, Sicherungen, Schutzschalter und Installationswege nötig sind und setzt die Planung normgerecht um. So kombinieren Sie Ihre Vorstellungen mit maximaler Sicherheit.
Denken Sie bei der Modernisierung ein Stück weiter als den aktuellen Bedarf. Dazu gehören: ein paar Reserve-Steckdosen an sinnvollen Stellen, ausreichend dimensionierte Stromkreise, Leerrohre oder Platzreserven für spätere Leitungen sowie die Option, Licht und einzelne Stromkreise später in ein Smart-Home-System einzubinden. Auch altersfreundliche Aspekte lohnen sich: gut erreichbare Schalter, blendfreie, klare Beleuchtung und einfache, intuitive Bedienkonzepte. So bleibt Ihre Traumküche auch in 10 oder 15 Jahren noch passend.